Was ist beim Kauf eines Gaming Lenkrads wichtig?

Du spielst sicher schon gerne Rennspiele mit einem Controller, möchtest dir aber jetzt ein Gaming Lenkrad kaufen. Wenn du dich noch nicht so viel mit Gaming Lenkrädern beschäftigt hast, bist du bestimmt über einige Begriffe verwirrt und weißt nicht, was sie bedeuten.

Hier möchten wir aufklären, welche Lenkradeigenschaften ein gutes Gaming Lenkrad ausmachen, was du vor einem Kauf sonst noch wissen solltest und wie du dich weiter informieren kannst.


Infografik zu den wichtigsten Eigenschaften eines Gaming Lenkrads – knapp zusammengefasst

Was ist beim Kauf eines Gaming-Lenkrads wichtig Infografik
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Welche Eigenschaften eines Gaming Lenkrads gibt es?

Force Feedback-Effekte

In der Basis des Lenkrads gibt es einen oder mehrere Motoren, die einen Widerstand ausüben, der auf das Lenkrad übertragen will. Mit diesem Widerstand werden eine Reihe von Effekten simuliert – Autokollisionen, unebenes Gelände und Erschütterungen jeder Art. Die Qualität dieser Force-Feedback-Effekte hängt hauptsächlich von der Basis ab, da die Force Feedback-Effekte von ihr ausgehen. Bei manchen Lenkrädern sind sie weniger stark und grober, bei manchen feiner, detaillierter und kräftiger.

Das Lenkrad selbst hat Auswirkungen darauf, wie gut die Force Feedback-Effekte übertragen werden/wie sie ankommen.

Günstigere Lenkräder ersetzen die Force Feedback-Effekte oft durch Vibrationseffekte. Diese sind vergleichbar mit den Vibrationseffekten, wie man sie von Game Controllern kennt. Einige wenige Lenkräder kommen auch ganz ohne Vibrationseffekte aus, wie zum Beispiel das Thrustmaster T80 RS.

Lenkräder mit Force Feedback bieten allerdings das realistischste Fahrerlebnis. Meistens kann man die Stärke der Force Feedback-Effekte in den jeweiligen System-/Spieleinstellungen anpassen. Das ist hilfreich, wenn eine jüngere Person mit auf dem Lenkrad spielen will und nicht so viel Kraft hat. Deswegen sollte man sich da meistens keine Sorgen machen.

Vor dem Kauf des Lenkrads sollte man sich aber darüber informieren, ob man die Stärke der Widerstandseffekte auch wirklich einstellen kann. Dies ist bei den meisten Lenkrädern aber möglich.

Material/Verarbeitung

Günstige Lenkräder bestehen oft aus Plastik oder Gummi, hochwertige Lenkräder meistens aus Leder oder Metall. Ein gutes Lenkrad, das Thrustmaster T300 RS hat sogar eine Alcantara Edition, die sich sehr angenehm anfühlt.

Außerdem hat das Material/die Verarbeitung vom Lenkrad Auswirkungen darauf, wie rutschig es beim Spielen ist, wie stabil es sich anfühlt, wie lange es hält bis es kaputtgeht und ob giftige Weichmacher im Lenkrad enthalten sind.

Lenkradius/Drehwinkel

Das Lenkrad lässt sich nur bis zu einem bestimmten Punkt nach rechts oder nach links drehen. Der Winkel vom ganz linken Anschlag bis zum maximalen Drehpunkt rechts nennt sich der Drehwinkel (=Lenkradius).

Der Drehwinkel eines echten Autos liegt bei ungefähr 1080°.

Ausstattung

Ausstattung heißt, welche Komponenten gleich mitgeliefert werden und welche Komponenten noch dazugekauft werden können. Der größte Unterschied zwischen den Lenkrädern ist, ob ein Schaltpedal und die Kupplung dabei ist oder nicht. Günstige Lenkräder gibt es meist nur mit zwei Pedalen – da wird dann mit Schaltwippen, die sich auf dem Lenkrad befinden, geschaltet. Hochwertige Lenkräder haben meist drei Pedale, oder zumindest kann man ein Schaltungs-Pedalset nachträglich noch dazukaufen.

Außerdem gibt es bei vielen Lenkrädern nur das Lenkrad selbst/den Aufsetzer. Die Basis ist da nicht dabei. Das ist beim Hersteller Fanatec der Fall und auch vereinzelt bei Thrustmaster.

Kompatibilität

Nicht jedes Lenkrad ist mit jedem System kompatibel. Viele Lenkräder sind nur mit der PS4 und dem PC kompatibel und haben auch eine äquivalente Version, die mit der Xbox, aber nicht mit der PS4 funktionieren.

Design

Jedes Lenkrad hat ein anderes Design. Viele Lenkräder imitieren auch das Design eines ganz bestimmten Autos, wie zum Beispiel Ferrari Lenkräder (Thrustmaster Ferrari F1).

Befestigung

Das Lenkrad kann entweder an eine Tischplatte, einem Racing Seat oder einem Wheelstand befestigt werden. Die meisten befestigen das Lenkrad an einem einfachen Tisch.

Falls du das Lenkrad an einem Tisch befestigen willst, gibt es zwei Befestigungsmöglichkeiten: Saugnäpfe oder Zwingen. Mit Saugnäpfen bist du unabhängig von der Tischdicke, aber dafür halten sie viel schlechter als Zwingen. Saugnäpfe werden meist von sehr günstigen Lenkrädern benutzt, während die High-End-Modelle ausschließlich auf Zwingen setzen.

Treiber/Software

Für jedes Lenkrad gibt es verschiedene Einstellmöglichkeiten – bei manchen kann man mehr Sachen einstellen und bei manchen weniger. Auf dem PC gibt es für das Lenkrad normalerweise eine spezielle Treibersoftware, die Systemweit funktioniert. Auf den Konsolen (PS4 & Xbox One) findet man die Lenkradeinstellungen in den jeweiligen Spielen. Deswegen ist man da vom Spiel abhängig.


Welche Eigenschaften sind am wichtigsten?

Jetzt weißt du, was für Eigenschaften es gibt. Nun erfährst du, welche Eigenschaften ich am wichtigsten halte und wieso. Das wichtigste ist die Kompatibilität.

1. Kompatibilität

Ganz klar ist die Kompatibilität am wichtigsten. Wenn du ein Lenkrad kaufst, das am Ende nicht mit deinem System kompatibel ist, dann ist es einfach nutzlos. Wenn du zum Beispiel das Logitech G29 Lenkrad kaufst, dann wird es nur auf dem PC und der PlayStation 4 funktionieren. Auf der Xbox One würde es einfach nicht gehen. Das Äquivalent des G29, das auch für die Xbox One (+ PC) funktioniert, wäre das Logitech G920.

2. Material/Verarbeitung

Auf das Lenkrad wirken starke Kräfte, da mit dem Lenkrad oft, verständlicherweise, ziemlich intensiv umgegangen wird. Deswegen ist es wichtig, dass das Lenkrad gut genug gebaut ist, um diesen Kräften standzuhalten. Außerdem soll es nicht rutschen und gesundheitsschädlich sein.

Wenn es nicht stabil gebaut ist, kann es während dem Spielen auch wackeln oder quietschen. Das sollte man vermeiden, da das sehr störend und ablenkend ist.

Billig gebaute Lenkräder gehen außerdem auch sehr schnell kaputt. Das wäre natürlich sehr ärgerlich, deswegen finde ich die Verarbeitung sehr wichtig.

3. Force Feedback-Effekte

Ein Lenkrad soll vor allem Spaß machen und dafür sorgen die Force Feedback-Effekte. Es ist einfach ein mega Unterschied zwischen einem Lenkrad mit richtigen Force Feedback-Effekten und einem Lenkrad mit Vibrationseffekten. Ganz schrecklich finde ich es, wenn es nicht einmal Vibrationseffekte gibt. Da würde ich fast lieber mit einem Controller fahren.

Force Feedback-Effekte erhöhen den Spielspaß einfach enorm und das ist nicht alles. Dieses Feedback, was man kriegt, ist eine zusätzliche Information über die Strecke und die Bodenbeschaffenheit. Es macht nicht nur mehr Spaß, man fährt auch deutlich besser, da man einfach mehr mitkriegt. Und wer ein realistisches Renngefühl will, der kommt an Force Feedback-Effekten eh nicht vorbei.

Ganz klar, das Lenkrad sollte erstmal erst funktionieren. Deswegen sind die Force Feedback-Effekte erst auf Platz 1. Aber was den puren Spielspaß ausmacht, so sind die Force Feedback-Effekte wirklich DAS wichtigste! Gutes Force Feedback ist, was das WOW-Erlebnis nach dem Kauf ausmacht!

4. Befestigung

Wenn man sich die Amazon-Bewertungen von günstigen Lenkrädern ansieht, dann beschweren sich fast alle der negativen Bewertungen über die Befestigung. Der Grund ist, dass viele günstige Lenkräder Saugnäpfe benutzen.

Diese halten, abhängig vom Material des Tisches, sehr schlecht. Am geeignetsten für Saugnäpfe sind Tischplatten aus Glas. Zwingen halten allgemein viel Besser als Saugnäpfe – die Tischplatte darf dafür allerdings nicht zu dick sein.

Es ist auf jeden Fall sehr nervig, wenn ich beim Spielen jedes mal die Befestigung löst oder das Lenkrad rutscht. Deswegen sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass sich das Lenkrad gut befestigen lässt.

Außerdem könntest du über den Kauf eines Racing Seats oder Wheelstands nachdenken. Diese haben nämlich spezielle Befestigungsvorrichtungen für Lenkräder.

5. Treiber/Software

Mit den Treibern/der Software gibt es normalerweise keine Probleme, solange das Lenkrad kompatibel ist. Allerdings gibt es eine wichtige Einstellung, die unbedingt anpassbar sein sollte: die Deadzone.

Das ist eine Zone um die Mitte des Lenkrads, in der das Lenkrad keine Bewegungen wahrnimmt. Dies ist in der Realität bei amerikanischen Autos so, deswegen ist diese Option bei einigen Lenkrädern standardmäßig aktiviert. Der Radius der Deadzone um die Lenkradmitte beträgt ungefähr 10°.

Für uns Europäer ist diese Funktion aber sehr nervig, da das bei unseren Autos anders funktioniert. Deswegen ist es essenziell, dass sich diese Funktion in den Treibereinstellungen/Lenkradeinstellungen deaktivieren lässt. In den meisten Lenkrädern ist das aber ohne Probleme möglich.

6. Ausstattung

Ob die Ausstattung wichtig ist, kommt darauf an, ob du mit Schaltpedalen/Kupplung fahren willst oder nicht. Falls du erst später auf Schaltpedale/Kupplung upgraden willst, solltest du darauf achten, dass es überhaupt kompatible Kupplungen bzw. Schaltpedale gibt. Bei vielen günstigen Lenkrädern ist dies nicht der Fall!

Außerdem sind manche Lenkräder modularer als andere. Das heißt, man kann besser einzelne Teile austauschen, reparieren oder sogar durch bessere/andere ersetzen. Zum Beispiel könnte man die Basis behalten und je nachdem, welches Spiel man spielt, zwischen einem Ferrari-Aufsetzer (das Lenkrad) und einem normalen Aufsetzer wechseln. Dies geht natürlich aber nur, wenn es die entsprechenden kompatiblen Einzelteile gibt. Bei Fanatec geht sowas und auch bei Thrustmaster Lenkrädern!

7. Drehwinkel/Lenkradius

8. Design

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